Erich Priebke
Autor: Carlo Gentile
* 29 Juli 1913 –
Hennigsdorf (Brandenburg)
† 11 Oktober 2013 –
Rom
Erich Priebke (1913–2013), SS-Hauptsturmführer in Rom, war ein enger Mitarbeiter von Herbert Kappler und maßgeblich am Massaker in den Ardeatinischen Höhlen beteiligt. Er führte die Opferlisten und erschoss selbst Gefangene. Nach Jahrzehnten in Argentinien wurde er 1995 an Italien ausgeliefert und in Rom zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis zu seinem Tod im Jahr 2013 zeigte er keinerlei Reue.
- Nationalität
- deutsch
- Formation
- Gestapo
- Eintritt in die NSDAP
- 1.7.1933 Nr. 3.280.478 (SS-Nr. 290.305 ab 30.9.1937)
- Streitkraft
-
SD
- Einheit
- Außenkommando der Sicherheitspolizei und des SD in Rom
- Dienstjahre
- 1937-1945
- Dienstgrad
- SS-Hauptsturmführer und Kriminalkommissar
- Feldzüge und Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg
- Italien 1941-1945
- Bestätigte Massaker
- Nachkriegszeit
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Aufenthalt in Argentinien, Aufdeckung durch die Presse, Auslieferung an Italien, Prozess in Rom
Ausbildung und Kriegserfahrung
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Herkunft, Jugendjahre und berufliche Anfänge
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Der Weg in Gestapo, SS und den Sicherheitsdienst
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Wachsende Spannungen und die Vorbereitung der deutschen Besatzung Italiens
Beteiligung an Massakern an Zivilisten
Unter der Leitung von Herbert Kappler beteiligte sich Priebke gemeinsam mit Carl Schütz und weiteren Offizieren an der Erschießung von 335 Zivilisten, darunter 77 Juden.
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Das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen: Priebkes zentrale Täterrolle
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Letzte Kriegsmonate: Verlagerung nach Norditalien und wechselnde Aufgaben
Nach dem Krieg
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Flucht nach 1945 und die „Rattenlinie“ nach Argentinien
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Ein neues Leben in Bariloche: Integration, Ansehen und Schweigen
Im Frühjahr 1994 spürte der US-Sender ABC News ihn in Bariloche auf und strahlte ein Interview aus, in dem Priebke seine Anwesenheit am Tatort einräumte. Die Aufnahmen lösten internationale Empörung aus.
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Internationale Recherchen, öffentliche Aufdeckung und Auslieferung nach Italien
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Der Prozess in Rom: Verteidigungslinien, Urteile und lebenslange Haft
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Haftvollzug, öffentliche Kontroversen und provokative Auftritte
Priebke distanzierte sich bis zu seinem Tod nicht von seinen nationalsozialistischen Überzeugungen und übernahm keine Verantwortung für seine Beteiligung am Massaker in den Ardeatinischen Höhlen.
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Tod im Jahr 2013 und die bis zuletzt fehlende Reue
Quellen
Zu Erich Priebke liegen im Bundesarchiv umfangreiche personenbezogene Unterlagen vor. Dazu gehören Akten aus dem Berlin Document Center (BDC) in Berlin-Lichterfelde, darunter die Parteikorrespondenz der NSDAP (R 9361-II/829724) sowie Sach- und Personalakten der SS und SA (R 9361-III/155389 und R 9361-III/548485). Im Bundesarchiv Koblenz finden sich Bestände der Zentralen Rechtsschutzstelle (B 305/24285) sowie des Bundeskanzleramts (B 136/109946, 1994-1999). Ergänzend liegt in der Außenstelle Ludwigsburg eine Anfrage des Bundesarchivs Koblenz zum Nachweis seiner Dienstzeit (B 162/31082) vor. Von besonderer Bedeutung sind die Ermittlungs- und Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft Dortmund im Bestand B 162 (Az. 45 Js 16/94 gegen Erich Priebke und Karl Hass), die in über dreißig Bänden zwischen 1942 und 1998 geführt wurden. Darüber hinaus verwahrt die italienische Militärjustiz in der Procura Militare della Repubblica in Rom die Ermittlungs- und Prozessakten zum Massaker in den Ardeatinischen Höhlen. Dazu zählen die Verfahren gegen Herbert Kappler ab 1948 ebenso wie die späteren Prozesse gegen Erich Priebke in den 1990er-Jahren.
Bibliografie
Dorothea Dieckmann, Termini, Stuttgart, Klett-Cotta, 2009.
Gernot Gyseke, Der Fall Priebke, Berg am Starnberger See, Druffel, 1997.
Walter Leszl, Il processo Priebke e il nazismo, Roma, Edizioni Riuniti, 1997.
Mary Pace, Dietro Priebke, Casale Monferrato, Piemme, 1997.
© Projekt "Die Massaker im besetzten Italien (1943–45) in der Erinnerung der Täter“
2025